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Entwurzelt

Coco Gediehn über das Projekt:

Als Psychologin und Kunsttherapeutin begleite ich den Prozess; improvisiert auf Pappkartons wird die Puppenwerkstatt installiert. Rhythmisches Hämmern, der laute Ruf der Motorsäge, Vogelgezwitscher und der Wind rauscht in den Bäumen. Die Luft ist aufgeladen und wirkt wie ein Magnet.

Es beginnt einfach. Frei von pädagogischer oder therapeutischer Zielsetzung, sind wir offen dafür, dem noch Unbekannten Raum zu geben. Und so erscheinen sie, die kleinen Gipsgeister, umwickelte Ballons, denen die Kinder ihren Atem eingeblasen haben. Aus Neugier, Lust und auch aus Not kommen sie, den Raum zu erkunden, suchen ihren Platz und finden dabei ihre Form.

Tiefe bedrängende Gefühle der Angst, Verletzung, Wut, Trauer, Einsamkeit und Sehnsucht werden transformiert in den hellen Gestalten der Gipspuppen und können so, vielleicht erstmals, befreit werden aus ihrem Schattendasein in den dunklen Verliesen des Unerlaubten. Im spielerischen Ernst ringen gegensätzliche Energien um ihr Recht. Ihre Vereinigung setzt Kraftpotentiale frei.

Im Sinne eines erweiterten Therapiebegriffs ist es unser großes Glück, dass wir hier im wirklichen sinnlichen Dialog mit der künstlerischen Realität handeln können. Leben, das einfach nur leben will - und wir sitzen direkt an der Quelle.

In der symbolischen Sprache der plastischen Arbeit kommt Unbewusstes zum Vorschein. Ist es erst einmal ans Tageslicht getreten, kann es verbal oder wieder ästhetisch bearbeitet werden. Durch den kreativen Prozess erfährt der Schaffende eine ungeheure Ich-Stärkung. Darin liegt die heilsame Kraft der bildnerischen Erfahrung.

Der gefällte Baum hat Früchte getragen.

 

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