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Entwurzelt

Klaus Simon über das Projekt:

In drei Teilen, Wurzelballen, Stamm und Krone, liegt die Esche nun am Boden. Jeder ihrer Teile auf seine Weise ein Torso.

Das Atelier war am Anfang einer Wippe gleich, ein Ausbalancieren der Zwischenräume zwischen den Kindern und mir und den Möglichkeiten, Stamm und Krone zu verwandeln.

Ich säge aus dem Stamm der Esche eine Skulptur, die man betreten kann. Eine Skulptur, in die man hineingehen soll, die Fenster nach außen hat, in der man selbst geborgen ist und doch Spielraum hat.

Im Spätsommer findet nach der Fertigstellung der Skulptur eine abschließende Aufführung mit allen Puppen statt. Die Kinder spielen mit ihren eigenen Puppen, sitzen auf den liegenden Baumskulpturen, und jeder hält eine Stockpuppe wie ein zweites Ich als Zepter vor sich.

Es ist dunkel geworden, und nur in der stehenden, auseinander gerückten Baum-Skulptur brennt Licht. Die zeichenhaften Öffnungen leuchten wie Bühnenfenster.

Mit kleinen Tierhandpuppen frage ich aus dem Baum heraus. Als Rabe und als Frosch richte ich mich an die Kinder, und diese sprechen durch ihre Stockpuppen. Die Tiere fragen nach dem Baum und die Kinder antworten, indem sie sich mit ihrer Stockpuppe vorstellen.

Zum Ende kommen wir an jenen Moment, den es nur im Zusammenspiel gibt. Keiner denkt mehr an die Skulptur. Man sitzt darauf, und das Leben ist in der Skulptur.

Das Projekt ist für mich eine Möglichkeit, als Bildhauer eine neue Sicht zu gewinnen und einen anderen Standpunkt einzunehmen. Die Skulptur entsteht an einem Ort der Kinder. Im Zusammenleben und im Zusammenspiel verändert sich mein Denken und Handeln. In Bergheim lerne ich ein neues Maß kennen, das ich den Kindern verdanke.

 

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